Interoperabilität im Engineering: Warum Standards allein nicht ausreichen
Unsere Kollegen Deepak Sivaprakash und Nicola Wolter waren auf dem Interoperability Summit in Bonn vor Ort und haben dort spannende Impulse aus Gesprächen und Diskussionen mitgenommen.
Ein Gedanke ist dabei besonders hängengeblieben: Echte Interoperabilität scheitert heute häufig nicht mehr an fehlender Technik oder mangelnden Standards. Die eigentliche Herausforderung liegt darin, aus interoperablen Systemen einen konkreten Mehrwert für das Business zu schaffen.
Gerade im Engineering-Umfeld ist das ein zentraler Punkt. Viele Unternehmen investieren in Datenmodelle, Schnittstellen, Standards und digitale Prozesse. Der Nutzen dieser Arbeit wird jedoch oft erst spät sichtbar. Gleichzeitig müssen zu Beginn erhebliche Aufwände in Struktur, Datenqualität, Systemintegration und Prozessveränderung investiert werden.
Damit solche Initiativen erfolgreich werden, braucht es mehr als technische Anschlussfähigkeit. Entscheidend ist eine fundierte Strategie, die von Beginn an klärt, welches Ziel erreicht werden soll, welche Use Cases relevant sind und wie der spätere Nutzen messbar wird.
Interoperabilität ist deshalb kein Selbstzweck. Sie muss dazu beitragen, Entwicklungsprozesse effizienter, transparenter und verlässlicher zu machen. Erst wenn Daten über System- und Unternehmensgrenzen hinweg sinnvoll nutzbar werden, entstehen belastbare Grundlagen für neue digitale Arbeitsweisen.
Das gilt insbesondere für den Digitalen Zwilling. Er kann nur dann wirksam werden, wenn die zugrunde liegenden Informationen konsistent, anschlussfähig und im richtigen Kontext verfügbar sind. Standards schaffen dafür eine wichtige Basis. Den tatsächlichen Wert erzeugt jedoch erst die konsequente Einbindung in reale Prozesse und Geschäftsziele.
Der Austausch auf dem Interoperability Summit hat deutlich gemacht, dass die Branche genau an dieser Schnittstelle weiterdenken muss: zwischen Standardisierung, technischer Umsetzung und wirtschaftlichem Nutzen.
Wir bedanken uns bei den Veranstaltern und allen Beteiligten für den offenen und ehrlichen Austausch sowie die vielen wertvollen Impulse.
